Leckeres Essen auf die Hand

Foto: Foodbox

Lust auf gutes Essen zwischendurch? Zum Beispiel einen leckeren und saftigen Burger? Dann auf nach Brandenburg und seinen mobilen Imbissen. Foto: Foodbox

Sie nennen sich Foodtrucker, sind mobil und ziehen von Ort zu Ort. Ihr Herz tickt für gutes Essen sowie die jeweilige Region Brandenburgs, in der sie leben. Und sie alle kochen aus Leidenschaft. Zu finden sind sie auf Streetfood-Festivals wie zuletzt Anfang März im Lustgarten Potsdam, auf Märkten sowie privaten Veranstaltungen.

Jenny Ehlert aus Finowfurt ist eine von ihnen, die sich auf Streetfood spezialisiert hat. Sie zieht seit 2012 durchs Land und bietet auf Märkten und Festen ihre Crêpes und Galettes an. Diese werden allesamt frisch und à la Minute vor den Augen der Kunden zubereitet. Das kann dann auch schon mal etwas länger dauern, trotz der vier großen Crêpe-Eisen, die sie bei großen Veranstaltungen aufbaut. Denn Qualität braucht eben seine Zeit. Ob vor wenigen Wochen auf dem Weihnachtsmarkt in Eberswalde, beim vergangenen Festival „Inselleuchten“ in Marienwerder oder auf dem bevorstehenden Ostermarkt im Frühjahr im Kloster Chorin im Barnimer Land. Weitere Stationen mit ihrem Wagen waren im vergangenen Jahr das Erntefest im Barnim Panorama in Wandlitz sowie das Rosenblütenfest an der Bioland-Rosenschule in Radekow in der Uckermark.

Jenny Ehlert backt aus Leidenschaft Crêpes und Galettes. Foto: Ehlert

Jenny Ehlert backt aus Leidenschaft Crêpes und Galettes.

Streetfood aus Finowfurt

Beim ersten Bissen in die leckeren Crêpes hört man nicht selten ein: „Hmm, so lecka!“ Diese immer wieder gefallene Äußerung brachte Jenny Ehlert schließlich auf die Idee, ihr Unternehmen Crêpe so lecka zu nennen. Für diese französische Spezialität verwendet Jenny Ehlert ausschließlich Bio-Zutaten. Und die Füllungen sind mitunter sehr kreativ. So befindet sich auf der Speisenkarte auch eine ganz außergewöhnliche Spezialität: der Grünkohl-Crêpe.

Foto: Jenny Ehlert

Ziegenkäse-Burger in Potsdam

Zugegeben, Foodtrucks gehören in Brandenburg nicht unbedingt zum alltäglichen Straßenbild wie das beispielsweise in Berlin der Fall ist. Man muss schon etwas genauer nach ihnen suchen. Aber es gibt sie! Und besonders viele versammelten sich im vergangenen Sommer zur Erlebnisnacht auf dem Bassinplatz in Potsdam. Diese brachten kulinarische Köstlichkeiten aus verschiedenen Kontinenten in die brandenburgische Landeshauptstadt, was besonders gut bei den Besuchern angekommen ist. Eine Fortsetzung wird es in diesem Jahr am 29. Juli 2017 geben.

Wer nicht so lange warten möchte, kann sich ja bis dahin mal einen Burger von den Machern von Foodbox bauen lassen, zum Beispiel mit Ziegenkäse und dazu frittierte Süßkartoffel-Pommes. Der Foodtruck ist regelmäßig in Potsdam und Umgebung unterwegs. Neben Stationen in der Innenstadt ist das Team um Melvyn Johnen einmal pro Woche auch in Caputh am Schwielowsee zu finden. Besonderes Merkmal: Die Zutaten für die Burger kommen alle aus der Umgebung. „Das verwendete Rindfleisch stammt beispielsweise von einem Fleischer aus Ferch“, sagt Melvyn Johnen. Regional ist auch das Brötchen, das unter Foodtruckern Bun heißt – es wird gebacken von der Traditionsbäckerei Zillmann in Werder an der Havel.

Streetfood made in Potsdam: Fast ganz in schwarz kommt der Truck von Foodbox daher. Foto: Foodbox

Streetfood made in Potsdam: Fast ganz in schwarz kommt der Truck von Foodbox daher.

Das junge Unternehmen Foodbox gibt es erst seit Juni 2016. Melvyn Johnen hatte genug von seinem alten Job als Personal Trainer in der Sport- und Gesundheitsbranche. So tat er sich infolgedessen mit einem Koch zusammen, um auch in Potsdam und Umgebung gutes Essen auf die Straße zu bringen. Und nicht nur dort ist er engagiert. Sein Team hat es sich unter anderem auch vorgenommen, die kulinarische Verpflegung an Schulen zu verbessern.

Roter Mini-Mega-Truck aus Schönefeld

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat und ehemaliger Präsident des EU-Parlamentes, hat auch schon mal am roten Mega-Mini-Truck von Esthea Wolf aus Schönefeld gegessen. Foto: Oliver Wolf

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat und ehemaliger Präsident des EU-Parlamentes, hat auch schon mal am roten Mega-Mini-Truck von Esthea Wolf aus Schönefeld gegessen.

Ein Hingucker ist Esthea Wolfs roter Mega-Mini-Truck. Unter dem Namen „Rote Pause“ ist sie fast ausschließlich auf fest gebuchten Events zu finden. „Eigentlich kam ich rein zufällig zu diesem Truck. Als mein Mann diesen kleinen roten Flitzer bei Ebay sah, hat er sofort zugeschlagen. Und so bin ich zu meinem Mega-Mini-Truck gekommen“, erzählt sie. Das Innere des Fahrzeugs nimmt fast ausschließlich ein großer Grill ein, auf dem mal Bratkartoffeln, Spätzle, Gnocchis oder auch Thüringer Bratwürste garen. „Wir machen das, was unsere Kunden wünschen und sich auf einem Grill zubereiten lässt“, sagt Esthea Wolf.

Dazu gehören zum Beispiel frisch gebratene Piroggen – wahlweise gefüllt mit Fleisch oder Gemüse. Gestanden hatte sie schon während einer Veranstaltung am Waschaus in Potsdam, aber meist wird sie für das ergänzende Catering bei Familienfeiern geordert. Denn ihr Vorteil ist: Ihr Mini-Truck ist wendig und klein und passt durch fast jedes Garagentor oder jede Einfahrt. Wer Esthea Wolf vorab schon mal im Einsatz erleben möchte, muss nach Großziethen fahren. Dort steht sie regelmäßig zur Mittagszeit auf dem Parkplatz eines Discounters.

Guck mal rein bei Cook rein: der Trailer ist unter anderem auf den Wochenmärkten in Oranienburg und Velten zu finden. Foto: Hans-Jürgen Schreier

Guck mal rein bei Cook rein: der Trailer ist unter anderem auf den Wochenmärkten in Oranienburg und Velten zu finden.

Selbstständig gemacht haben sich seit Dezember 2016 Gudrun Fromm und Hans-Jürgen Schreier. Ihr Motto bei „Cook rein“ lautet: Frisches, leckeres und gesundes Essen dort anbieten, wo Menschen arbeiten oder wohnen. So werden alle Suppen und asiatischen Currys ohne künstliche Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe gekocht. Darüber hinaus bieten die beiden die meisten Gerichte nicht nur in einer klassischen, sondern ebenso in einer veganen und vegetarischen Variante an. Zu finden ist das Cook-rein-Team hauptsächlich auf Märkten in Oranienburg und Velten.

Kreative vegetarische Küche: Am Foodtruck von GutesDrauf gibt es nicht nur diese Piroggen, sondern auch verschiedene Quiches und Knödelvarianten. Foto: GutesDrauf

Kreative vegetarische Küche: Am Foodtruck von GutesDrauf gibt es nicht nur diese Piroggen, sondern auch verschiedene Quiches und Knödelvarianten.

Ganz mutige Foodtrucker wagen sich sogar bis in die Uckermark – zumindest in der warmen Jahreszeit, wenn es besonders viele Städter aufs Land zieht. Dann öffnet „GutesDrauf“ seine Klappe am Campingplatz Oberuckersee in Warnitz, der direkt am Fernradweg Berlin-Usedom liegt. „Bei mir ist alles frisch gekocht – eben eine junge, kreative Küche mit Gemüse und Kräutern“, sagt Angelika Seydel von GutesDrauf. Hier steht sie mit ihrem Foodtruck hauptsächlich während der Berliner und Brandenburger Sommerferien, aber ebenso schon zu Pfingsten und ab Juni an den Wochenenden. Dann ist das „rollende Bistro“ mit Quiche, Knödeln, Currys, Kuchen und Getränken am Oberuckersee anzutreffen.

Zwischen der Rezeption vom Camping Oberuckersee und einem alten QEK-Wohnwagen aus DDR-Zeit steht der Foodtruck von GutesDrauf. Foto: GutesDrauf

Zwischen der Rezeption vom Camping Oberuckersee und einem alten QEK-Wohnwagen aus DDR-Zeit steht der Foodtruck von GutesDrauf.

Kreatives Essen mit Gemüse und Kräutern

Ulrike Lehmann von Knack.frisch bietet hingegen mit ihrem Wagen ein etwas anderes Catering an. So gibt es bei ihr zum Beispiel einen Kartoffelstampf mit veganer Bratensoße. Auch verschiedene Pesto hat sie im Angebot. Das Gemüse dafür stammt vom Auenhof Pabsthum. Und ihr Essen bietet sie in Neuruppin und Umgebung an.

Das etwas andere Essen von Knack.frisch: zum Beispiel Sesam-Kartoffel-Kroketten mit Zucchini-Kimchi sowie rote Bete mit veganer Majonaise

Das etwas andere Essen von Knack.frisch: zum Beispiel Sesam-Kartoffel-Kroketten mit Zucchini-Kimchi sowie rote Bete mit veganer Majonaise

Aber sie fährt mit ihrem Anhänger auch zu Veranstaltungen, die weiter entfernt sind. So war sie im vergangenen Jahr auf dem Wilde-Möhre-Festival am Gräbendorfer See bei Cottbus, auf dem sie insgesamt 600 Kilogramm Bio-Gemüse zu leckeren Gerichten für die Besucher verarbeitet hatte. Und in diesem Jahr auf dem Foodtruck-Markt in Potsdam mit dabei zu sein, kann sie sich auch vorstellen.

Klappe auf für gutes Essen von Knack.frisch aus Neuruppin. Foto: Ulrike Lehmann

Klappe auf für gutes Essen von Knack.frisch aus Neuruppin.

Auf vegane und vegetarische Speisen hat sich Anna-Maria Thiemann aus der Uckermark spezialisiert. Mit ihrem Trailer tourt sie durch die  Festival-Landschaft wie zum Beispiel zum Sacred Ground und verzückt ihre hungrigen Gäste mit „feurigen Burgern und tiefgründigen Suppen“, wie sie sagt. Ebenso feine spanische Toasts stehen auf der Speisekarte und bei langen Nächten Guarana-Energie-Kugeln zum Wachwerden von anna’s spice-oddity-catering, was übersetzt so viel wie „besondere Gewürzmischung“ heißt. In diesem Jahr war sie erstmalig auch bei den Ostertagen im Kloster Chorin dabei. Das Team um Anna-Maria Thiemann kann man aber auch ganz exklusiv für Familienfeste, Firmenfeiern oder Crewcaterings buchen.

Foto: spice-oddity-catering

Anna-Maria Thiemann (rechts) ist oft auf Festivals mit ihrem Trailer anzutreffen.

Schaufenster Uckermark in Markthalle neun

Außerdem versucht sie, weitere Interessenten für gutes Essen zu gewinnen. „Dazu habe ich in Neuruppin und Umgebung ein kleines Netzwerk gegründet, das sich regelmäßig trifft und miteinander Ideen austauscht. Es geht schließlich darum, Kräfte zu bündeln, um noch besser in der Öffentlichkeit präsent zu sein“, erzählt Ulrike Lehmann. So treibt das zarte Pflänzchen Streetfood auch in Brandenburg immer stärkere Triebe. Allerdings soll das kulinarische Festival Solanum in Rheinsberg, das 2016 mit großem Erfolg bei Besuchern und Einheimischen an den Start gegangen war, erst 2018 eine Fortsetzung erleben.

Foto: Matthias Schäfer

Der Foodtruck von Potsdam Potatoes war auch mit dabei beim ersten Streetfood-Festival im Lustgarten in Potsdam.

Brandenburger Köstlichkeiten kann man auch jede Woche in der Markthalle neun in Berlin-Kreuzberg genießen. Das „Schaufenster Uckermark“ in der Markthalle Neun zeigt, was die Region kulinarisch zu bieten hat: Käse und verschiedene Milchprodukte, Schinken und Wurst, Bier und Apfelwein, Säfte, Marmeladen, Tees und viele weitere Leckereien.

Weitere Informationen:
Crêpes so‘ lecka
Knack.frisch
Rote Pause
Foodbox
GutesDrauf
Cook rein
Spice-Oddity-Catering
Streetfood kann man auch an vielen weiteren Orten in Brandenburg genießen, beispielsweise in Cottbus vom 22. bis 24.9.2017 im ehemaligen Strombad. Auch zur 12. Aquamediale in Schlepzig im Spreewald wird es am 15. und 16.7.2017 einen Street-Food-Markt geben. Ebenso auf der nächsten Erlebnisnacht in Potsdam am 29.7.2017 können Besucher auf dem Bassinplatz Street-Food genießen. Darüber hinaus ist am 26. und 27.8.2017 ein Street-Food-Festival in Lübbenau im Spreewald geplant.