Eine Sinfonie für die Havel

Marian Lux hat die Havel-Sinfonie komponiert

Mit der Sinfonie „Die Moldau“ hat Bedrich Smetana für jeden Komponisten die Latte sehr hoch gehängt. Marian Lux hat sich nicht einschüchtern lassen und der Havel, passend zur Bundesgartenschau 2015, eine eigene sinfonische Dichtung gewidmet. Im Juni ist die Welturaufführung mit dem Deutschen Filmorchester auf dem Landgut A. Borsig. 

Dieser Moment ist der Schönste. Zum ersten Mal werden aus den Noten auf dem Blatt Töne aus den Instrumenten der Musiker. Marian Lux steht im Saal des Deutschen Filmorchesters Babelsberg und ist ein wenig aufgeregt. Wie werden die Musiker auf die Komposition reagieren. „Ich habe heute Nacht nicht gut geschlafen“, sagt der 32-Jährige Komponist, der anlässlich der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion eine sinfonische Dichtung über die Havel komponiert hat.

Von sanft bis stürmisch

Doch wie klingt der Fluss, der sich von Fürstenberg im Norden durch Brandenburg schlängelt und nördlich von Havelberg in die Elbe mündet?  Der Komponist ist zufrieden. Nach sechs Monaten komponieren klingt die Havel so, wie er sich es vorgestellt hat. Ein sanftes Adagio für den Morgennebel, das Bodenständige und das Stürmische.  Es geht um die Vielfalt des Flusses, sagt Marian Lux.

Die Havel bei Strodehne. Foto: TMB-Fotoarchiv/Rainer Weisflog

Die Havel bei Strodehne. Foto: TMB-Fotoarchiv/Rainer Weisflog

Geboren in Bad Freienwalde kennt er seit Kindheitstagen die Havel.  Für die Komposition ist er ein Stück auf der Havel unterwegs gewesen, um sich inspirieren zu lassen. Das hat seinen Blick für die Partitur geschärft. Die Havel kann schon mächtig sein, ist aber eigentlich ein idyllischer Fluss, findet der 32-Jährige. Kleine Kanäle wechseln sich mit großen Seen ab – und alles ist noch die Havel.

Weltpremiere im Juni im Havelland

Trotz seines jungen Alters ist der Brandenburger gut im Geschäft. Seit 2010 arbeitet Marian Lux mit der amerikanischen Entertainerin Gayle Tufts zusammen. Er komponiert die Musik für ihre Shows in Berlin und begleitet sie auf der Bühne. Außerdem arbeitet er als Komponist für Fernsehserien, schreibt momentan die Musik für ein Musical und ist der musikalische Leiter der Goldenen Kamera.

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg

Bei der Probe der Havel-Sinfonie: Das Deutsche Filmorchester Babelsberg.

Die „Moldau“ von Smetana ist eines der Lieblingsstücke von Marian Lux. „Das ist eigentlich Filmmusik, was Smetana komponiert hat“, sagt er. Beim Hören habe man sofort den Fluss vor Augen. Ganz am Ende seiner Havel-Sinfonie hat er kleine musikalische Verbeugung vor Smetana eingebaut. Ein Jahr hat er an dem Stück komponiert. 25 Minuten lang ist es geworden. Bei den Havelländischen Musikfestspielen wird die sinfonische Dichtung im Juni ihre Welturaufführung auf dem Landgut A. Borsig erleben. Es könnte keinen besseren Platz als dieses Festival geben.

Entstanden ist die „Die Havel“ bei ihm zuhause in Berlin. Wenn er aber einmal zwischen Bühnenauftritten und Komponieren abschalten will, fährt er nach Brandenburg. Marian Lux würde liebend gerne bei der Uraufführung das Deutsche Filmorchester dirigieren, lässt aber einem Profi den Vortritt. „Ich kann es einfach nicht“, und wendet sich wieder der Partitur zu.

Information: Die sinfonische Dichtung „Die Havel“ wird am 13. Juni uraufgeführt. Für das Konzert auf dem Landgut A. Borsig gibt es auf der Internetseite der Havelländischen Musikfestspiele Karten.