Schiffshebewerk Niederfinow – toll auch in mini

Das Schiffshebewerk Niederfinow als Modell

Modellansicht

„Unser Schiffshebewerk! Da steht doch tatsächlich unser Monstrum aus Niederfinow mitten im Hamburg.“ Die Freude über die Entdeckung war nicht zu überhören. Es folgte ein munteres Durcheinander geografischer Begriffe: „Der Oder-Havel-Kanal liegt ja gleich neben der Schweiz und Italien“, „Nach Skandinavien ist es ein Katzensprung“ oder „Ganz nah am Hamburger  Flughafen“. So ein Wirrwarr setzt zwar eine gehörige Phantasie voraus, aber das Kreuz und Quer gibt es tatsächlich.

Das Schiffshebewerk in Niederfinow

Schiffshebewerk

Im Miniatur-Wunderland inmitten der Speicherstadt mit täuschend echt wirkenden Nachbauten, durch die unentwegt kleine Züge verkehren, können Brandenburger neuerdings eine ihrer bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kleinformat bewundern. Immerhin hat es kein anderes märkisches Bauwerk auf die weltgrößte Modellanlage geschafft.  

Nach dem Modell folgt das Original

Beim Verlassen dieses inzwischen zu den fünf größten Hamburger Sehenswürdigkeiten zählenden Gebäudes stand ein Entschluss fest: Man müsste wieder einmal das originale Schiffshebewerk besuchen, zumal es dort allerhand Neuigkeiten geben soll. Nur rund eine Stunde dauerte schließlich die Fahrt von Berlin über die Autobahn und die Bundesstraße nach Eberswalde, wo am Ortsrand die bei Bikern beliebte Serpentinenstrecke nach Niederfinowabzweigt. Kurze Zeit später stand das stählerne Wunderwerk der Technik dann in ganzer Pracht direkt vor uns Neugierigen.

Seitenansicht des Schiffshebewerks Niederfinow

Seitenansicht

Aus 18 000 Tonnen Stahl –fast doppelt so viel wie im Eiffelturm – haben die Ingenieure hier einen riesigen Schiffsfahrstuhl gezaubert. Seit 1934 verrichtet er hier reibungslos seinen Dienst.  Immerhin 36 Meter Höhenunterschied überwinden die Schiffe damit an dieser Stelle kurz vor dem Oderbruch. Die letzte Eiszeit hat hier eine Menge Geröll zu einem ungewöhnlichen Höhenzug zusammengeschoben.

 

Spektakulärer Neubau bis 2014

Baugrube des neuen Schiffshebewerks

Baugrube

Von oben fällt der Blick nicht nur in die weite Landschaft des Oderlandes, sondern auch in eine tiefe Baugrube. Denn bis zum Sommer 2014 erhält das alte Schiffshebewerk für 280 Millionen Euro ein modernes Pendant. Dessen Trog fasst auch 115 Meter lange Schiffe, während in der alten Konstruktion schon bei 82,50 Meter Schluss ist. Längere Schubverbände müssen somit erst mühsam aus- und dann wieder angekoppelt werden. Von größeren Schiffen hängt aber die Konkurrenzfähigkeit der Binnenschifffahrt gegenüber anderen Verkehrsmitteln ab.   Oberhalb der Baugrube können die Besucher bereits den Abzweig vom alten Kanal zum neuen Hebewerk ausmachen. Dennoch wird der Veteran von 1934 zumindest in der Anfangszeit nicht sofort trockengelegt. Er bleibt als Reserve und darf wegen des Denkmalschutzes ohnehin nicht abgerissen werden. Alle Details vom alten und neuen Schiffshebewerk sind im Info-Zentrum am Fuße des Kolosses täglich von 9 bis 16 Uhr zu erfahren. Die fehlen übrigens im Hamburger Miniatur-Wunderland. Weitere Auskünfte unter www.schiffshebewerk-niederfinow.info oder www.reiseland-brandenburg.de Finden Sie ein passendes Hotel oder eine Pension! Finden Sie eine passende Ferienwohnung! Anreise mit dem PKW oder per Bahn