Sagenhaftes Brandenburg

Foto: Lars Franke

Spukt es hier etwa? Wer mehr darüber erfahren möchte, was es damit auf sich hat, sollte Schloss Wiesenburg im Fläming besuchen. (Foto: Lars Franke)

Sie sind irgendwie märchenhaft, oft schauerlich und manchmal kaum zu glauben, aber wahr – die Rede ist von Sagen. Denn so soll es sich vor vielen Jahren zugetragen haben. Ob in der Prignitz, im Fläming, Havelland oder Barnimer Land. Kommen Sie mit auf unsere magische, romantische und schauerlich schöne Reise durch das sagenhafte Brandenburg.

Früher wurden Sagen von Mund zu Mund weitergegeben, heute sind viele von ihnen fast schon in Vergessenheit geraten. Auch in Brandenburg erzählte man sich unzählige, meist unglaubliche Geschichten und Sagen, berichtet der Journalist und Buchautor Lars Franke. Er ist Sagen seit Jahren auf der Spur. Seine Recherche-Reisen führten ihn unter anderem auf Schloss Wiesenburg im Fläming, zum Kloster Lehnin im Havelland oder an den Grimnitzsee in der Schorfheide.

Foto: Tourismusverband Havelland

Die Lehnin-Sage handelt von einem toten Abt und einem weißen Hirschen im dortigen Kloster.

„Ich habe vor Ort Leute angesprochen und sie gefragt, was sie über die alten Sagen wissen und ob es bei ihnen im Haus spukt. Oft bekam ich die Antwort: Ja klar, bei mir knarrt es ziemlich jede Nacht“, bekam Lars Franke oftmals als Antwort. Jedoch sind knarrende Geräusche in alten Gemäuern nicht verwunderlich.

Besonders viel Zeit verbrachte er allerdings in Archiven sowie Bibliotheken. „Ich habe in unzähligen Büchern gestöbert. Natürlich waren auch die Besuche vor Ort erkenntnisreich gewesen, aber aus den alten Büchern, die vor 150 Jahren erschienen sind, habe ich das meiste über Sagen aus Brandenburg erfahren“, erzählt er.

Foto: Lars Franke

Unheimliche Gestalten lauerten einst am Rande dieses Brunnens auf Schloss Wiesenburg wie es in einer Sage heißt.

Herausgekommen ist eine Sammlung von 25 Sagen, die allesamt in Brandenburg spielen. Zuvor musste er aber den altertümlichen Sprachstil umschreiben, so dass die Texte unseren heutigen Lesegewohnheiten entsprechen. „Ich habe die Sagen vom Staub der Zeit befreit und sie in eine verständliche Sprache übersetzt“, sagt Lars Franke. Wichtig war ihm außerdem, dass am Ort des Geschehens noch heute etwas zu sehen ist, wie beispielsweise das Schloss Wiesenburg, das Kloster Lehnin oder die Riesensteine von Mellen in der Prignitz.

Foto: Lars Franke

Wie konnte dieser Koloss von Stein einst in diese Position gehievt werden? Nach einer Sage sollen es Riesen gewesen sein, die früher hier lebten.

Sagen aus Brandenburg: Magisch, romantisch und schauerlich schön

Auf den neuen Kulturseiten stellen wir eine kleine Auswahl der von Lars Franke zusammengetragenen Sagen vor. Die Geschichten handeln unter anderem von einem streitenden Riesen, verzauberten Prinzen und einem weißen Hirsch. Außerdem geht es um die verschwundene Braut auf der Burg Grimnitz, einer Hand, die aus einem Grab in Lunow winkt, einem purpurroter Hahn über dem Stechlinsee sowie einem Pater mit magischen Kräften aus Neuruppin. Das ist der Stoff, aus dem Brandenburgs Sagen gestrickt sind.

Foto: Tourismusverband Ruppiner Seenland

Die Klosterkirche in Neuruppin: Eine Sage berichtet, dass der einstige Dominikaner-Mönch Pater Wichmann noch lange nach seinem Tod durch die Gassen der Stadt gefahren sei.

„Ich wollte einen Reiseführer der besonderen Art schreiben“, sagt Lars Franke. Es sollte gleichzeitig aber auch ein Oma-Opa-Enkel-Buch werden, aus dem man Kindern vorlesen kann. „Die jungen Menschen sollten Spaß am Zuhören oder selbst lesen haben, um ihnen nebenbei auf diese Weise die Geschichte näher zu bringen“, meint er. Und das die eine oder andere Sage ein wenig schauerlich und furchteinflößend ist, hält Lars Franke nicht von seiner Überzeugung ab: „Sagen müssen so sein, sonst wären sie langweilig. Wenn in den Geschichten nicht ein wenig Horror enthalten gewesen wäre, dann hätte man sie auch nicht weiter erzählt und aufgeschrieben.“

Foto: www.Joachimsthal-Schorfheide.de

Die Aussichtsplattform des Biorama am Grimnitzsee in Joachimsthal: Im Verließ der ehemaligen Burg Grimnitz soll nach einer Sage einst der Edelmann Nikolaus von Buch eingesperrt gewesen sein.

Über den Autor
Lars Franke wurde 1953 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren. Er studierte Journalistik an der Universität Leipzig. Von 1978 bis 1991 arbeitete er als Redakteur beim Fernsehen. Seit mehr 20 Jahren ist der freiberufliche Journalist und Autor vor allem im Nordosten Deutschlands unterwegs. Sein aktuelles Buch „Auf den Spuren alter Klostersagen – von der Niederlausitz über Berlin bis Rügen“ ist im Steffen-Verlag erschienen und wurde zur Leipziger Buchmesse 2014 vorgestellt.

Weitere Informationen
www.klosterlehnin.de
www.joachimsthal-schorfheide.info
www.flaeming-burgen.de
www.landkreis-prignitz.de

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Sagenhaftes Brandenburg

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Kloster Lehnin: 52.316887, 12.742241
Joachimsthal am Grimnitzsee: 52.978149, 13.742540
Schloss Wiesenburg: 52.112670, 12.453620
Riesensteine von Mellen: 53.154023, 11.588454