Mit Manuel Andrack wandern auf dem 66-Seen-Weg

Manuel Andrack wandert in Brandenburg

Manuel Andrack ist passionierter Wanderer und schreibt darüber. Einen Nachmittag begleitet er eine  Wandergruppe auf ihrer Tour von Biesenthal nach Wandlitz. 15 Kilometer After-Work-Wandern auf dem 66-Seen-Weg. Wir sind einfach mal mitgelaufen.

Ein Spätsommertag in Biesenthal. Manuel Andrack steht in kurzen Hosen auf dem Marktplatz unter der mächtigen Eiche. Erst kürzlich hat er in der Wochenzeitung „Die Zeit“ ein leidenschaftliches Plädoyer für die kurze Hose bei Männern veröffentlicht. Bis November geht bei ihm die Kurze-Hosen-Zeit. Ein Glück für ihn, dass der Sommer in diesem Jahr in eine ausgedehnte Verlängerung gegangen ist.

Manuel Andrack auf dem 66-Seen-Weg.

Der Startpunkt der Tour: Der Marktplatz in Biesenthal mit der mächtigen Eiche.

Mit dabei ist auch Manfred Reschke, Berliner und  Erfinder des 66-Seen-Weges. Mit den beiden Wandergurus geht es auf die 15 Kilometer nach Wandlitz. Ich habe als kleines Aufwärmprogramm schon einmal die dreieinhalb Kilometer vom Bahnhof Biesenthal zum Marktplatz auf der Bahnhofstraße (die gefühlt längste gerade Straße des Welt) in den Beinen. Manuel Andrack hat ohne zu Wissen eine der schönsten Etappen des 66-Seen-Weges ausgesucht. Kurz hinter dem Marktplatz biegen wir in das Biesenthaler Becken, eine von der letzten Eiszeit geformte Landschaft.

Mit Manuel Andrack auf dem 66-Seen-Weg

Durch mannshohes Gras im Biesenthaler Becken.

66-Seen-Weg: Hellmühlfließ ist ein Hingucker

Bei Manuel Andrack war es keine Wanderung zu sich selbst, wie er zum Wandern gekommen ist. Er sei schon als Kind aus der Art geschlagen und gerne gewandert, erzählt, habe dann zwischen 15 und 30 eine Pause gemacht und dann wieder angefangen. Wenn er wandert, dann mag er es abwechslungsreich und nicht länger als 20 Kilometer. Unsere „After-Work-Wanderung“ führt jetzt tiefer in das Hellmühlfließ. Hier war ich schon mit Julian Beyer und Geertje Jacob von der nordicfamily unterwegs.

Mit Manuel Andrack auf dem 66-Seen-Weg unterwegs

Hier hat die Eiszeit ihre Spuren hinterlassen: das Hellmühlfließ im Naturpark Barnim.

Für das tiefe Bachtal des Hellmühlfließ gibt es von Manuel Andrack ein zustimmendes Nicken. „Das hat mir sehr gut gefallen. Das habe ich nicht erwartet.“, sagt er. Der ehemalige Sidekick von Harald Schmidt war schon im Fläming, im Havelland und im Spreewald wandern. Mit dem Wandern hat er seine Nische gefunden. Drei Wanderbücher sind bereits erschienen, das Nächste wird eine Wanderung durch die Weltgeschichte.

Mit Manuel Andrack auf dem 66-Seen-Weg

Kleines Paradies für Angler: der Hellsee.

Für uns geht es am Hellsee vorbei in Richtung Lanke. Der See scheint ein beliebtes Angelrevier zu sein. Am Ufer haben ein paar Angler ihre Ruten ausgeworfen. Im Gänsemarsch schlängeln wir uns am Ufer entlang. Durch den mittlerweile zugewachsenen Schlosspark in Lanke nähern wir uns dem Obersee. An der Badestelle machen wir eine kurze Pause. Wenn Manuel Andrack durch Deutschland wandert, hält er nichts von Monogamie, sondern mag die Vielfalt und Abwechslung bei den hiesigen Wanderwegen. Das ein Wanderweg der Schönste ist, wird man von ihm nicht hören.

Kein Geheimtipp mehr: der Liepnitzsee

Als wir den Liepnitzsee erreichen, verschwindet die Sonne schon langsam hinter den Bäumen. Die letzten Sonnenstrahlen bringen das Wasser zum Glitzern. Die Fähre bricht zu ihrer letzten Tour des Tages auf. Für einen besuch der Insel-Klause hätten wir eher starten müssen. Im Sommer ist der See die Badewanne Berlins. Jetzt laufen wir ungestört durch den Buchenwald. Der vorletzte See, bevor wir unseren Zielort Wandlitz erreichen, ist der Regenbogensee.

Mit Manuel Andrack auf dem 66-Seen-Weg

Nur mit der Fähre kommt man zur Klause „Der Insulaner“ auf der Insel im Liepnitzsee.

Mit Manuel Anrack auf dem 66-Seen-Weg

Der Regenbogensee kurz vor dem Ziel in Wandlitz.

Manfred Reschke treibt ein wenig zur Eile an. Die Dunkelheit bricht jetzt schnell herein. Mit 18 Kilometern in den Beinen komme ich am Bahnhof Wandlitz an. Im Restaurant „Fontana“ gehen wir die „Unterhopfung“ (O-Ton Manuel Andrack) offensiv an.  Mit der Niederbarnimer Eisenbahn geht es dann zurück nach Berlin. Eine Stunde später strecke ich in den heimischen vier Wänden meine müden Glieder aus. Das Gute liegt manchmal wirklich so nah.

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Mehr Informationen zum 66-Seen-Wanderweg auf www.reiseland-brandenburg.de