Jüterbog: 5 Orte, die man sehen muss

Blick über Jüterbog von der Nikolaikirche

In Jüterbog könnte jederzeit sofort ein Mittelalterfilm gedreht werden. Und es müssten keine Kulissen gebaut werden. Alles schon da! Stadtmauer, Wehrtürme und Stadttore. Ein kleiner Stadtspaziergang bietet eine Zeitreise zurück ins Mittelalter. Diese fünf Orte sollte man auf keinen Fall in Jüterbog verpassen.

In der Stadt trifft man auf Spuren berühmter Personen. Der berüchtigte Ablasseintreiber und Gegenspieler von Luther, Tetzel, war hier. Thomas Müntzer, Wallenstein und Preußenkönig Friedrich der Große. Jede Menge Geschichte also.

Stadtmauer in Jüterbog

Hielt früher die Feinde ab: Reste der alten Stadtmauer von Jüterbog.

Das Franziskanerkloster

Das 500 Jahre alte Franziskanerkloster ist das kulturelle Zentrum der Kleinstadt im Fläming. Heute sind hier die Touristinformation, die Bibliothek und das Museum untergebracht. Ein besonderes Highlight für die kleinen Gäste ist das Kindermuseum. In mittelalterlichen Kostümen können die Kinder im Gewölbekeller an insgesamt 16 Stationen das Leben im Mittelalter spielerisch erkunden.

Das Mönchenkloster in Jüterbog.

Das Mönchenkloster in Jüterbog.

Kindermuseum im Mönchenkloster Jüterbog.

Im Kindermuseum im Mönchenmuseum gibt es sogar einen echten Pestfloh. Aber nur hinter dickem Glas.

Der Marktplatz

Der Stadtrundgang beginnt am besten auf dem Marktplatz. Die anliegenden Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Auf dem Marktplatz stehend und nach Süden blickend, steht das älteste und eines der schönsten Rathäuser in Brandenburg. Im Obergeschoss des Rathauses befindet sich das Fürstenzimmer, das heute das Büro des Bürgermeisters ist. Es besitzt ein imposantes aus Sandstein bestehendes Zellengewölbe.

Stadttor in Jüterbog

War früher streng bewacht, heute radelt man einfach durch: ein Stadttor in Jüterbog.

Die Stadttore

Das Zinnaer Tor ist das einzig erhaltene Innentor der einstigen Doppeltoranlagen, die im Mittelalter Jüterbog vor Ungemach schützen sollten. Von hier kann man entlang der ehemaligen Stadtmauer über den Wursthof und die Klostergasse, vorbei am Areal des Kulturquartiers bis zum Dammtor gelangen. Die Holzfigur am Fuße des Südturms erinnert an Tetzel und seine Ablassbriefe vor der Reformation. Am Heilig-Geist-Platz kann man sich mit Blick auf die Luthereiche von 1883 und die Nikolaikirche eine Pause gönnen. Der Platz wird gesäumt von Fachwerkhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts.

Nikolaikirche in Jüterbog

Ihre Türme sind überall in Jüterbog zu sehen: die Nikolaikirche.

Die Nikolaikirche in Jüterbog.

Der Tetzelkasten in der Nikolaikirche Jüterbog.

Hat der Ablasshändler Tetzel diese Kiste wirklich benutzt?

Die Nikolaikirche

Die Nikolaikirchstraße verbindet den Markt mit dem mächtigsten Gebäude der Stadt, der Nikolaikirche. Die Straße ist noch von Fachwerkhäusern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert geprägt. Die Nikolaikirche wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert teilweise auf den Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet. 1307 wurde die Kirche erstmalig erwähnt. Thomas Müntzer predigte hier für kurze Zeit. Vom Turm genießt man einen unbeschreiblichen Rundblick über die Stadt. Warum die Türme zwei unterschiedliche Spitzen haben, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Die Wehrtürme

Etwa 100 Meter östlich der Nikolaikirche, entlang der Großen Straße, erblickt man einen der vielen erhaltenen und restaurierten Wehrtürme, der den Namen „Eierturm“ trägt. Seinen Namen hat er nicht wie vermutet, weil man von hier mittels gezielter Eierwürfe potentielle Eroberer abwehren wollte, sein Grundriss ist „Ei“-förmig.

Wehrtum in Jüterbog

Extra-Tipp: Wer auf echten Büffelmozarella schwört, sollte einen Abstecher zum Büffelhof Bobalis machen. In der Hofkäserei wird die Büffelmilch zu Büffelmozzarella, Büffelkäse, Büffeljoghurt und Büffelfrischkäse verarbeitet. Von März bis Dezember an jedem ersten Samstag des Monats von 12:00 bis 15:Uhr kann der Büffelhof besichtigt werden. In Herrmanns Restaurant am Marktplatz wird jung, frisch und regional gekocht – und natürlich mit Büffelfleisch. Ausprobieren!

Information: Jüterbog erreicht man bequem mit der Bahn. Stündlich fährt der Regionalexpress aus Richtung Berlin oder Wittenberg. Vom Bahnhof läuft man über den grünen Sommerweg durch den Schlosspark schnell in die historische Altstadt. Jüterbog ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne im Land Brandenburg. Mehr Informationen unter www.ag-historische-stadtkerne.de 

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Jüterbog: Eine Reise ins Mittelalter 51.991038, 13.080092 Markt 21, 14913, Jüterbog, Deutschland (Routenplaner)

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