Honig aus dem Havelland

Auf dem Trachtplatz Foto: Sebastian Kromer

Es ist soweit. Die ersten Obstbäume blühen und die Blütenmeerimkerei beginnt mit ihrer Frühjahrshonigproduktion. In diesem Jahr wird das Blütenschauspiel im Naturpark Westhavelland allerdings noch getoppt: Unter dem Motto „Von Dom zu Dom – Das blaue Band der Havel“ finden an gleich fünf Standorten im Havelland Bundesgartenschauen statt.

2014 zum Sternenpark ernannt und jetzt Schauplatz der Bundesgartenschau

Der Naturpark Westhavelland ist prominent. Sebastian Kromer und Christoph Steinhauer schätzen vor allem die vielfältige Vegetation. Seit 2007 sind sie im Imkergeschäft. Mittlerweile besitzen sie an die 500 Völker mit je 30 bis 40.000 Bienen. „Wir sind die größten Arbeitgeber der Region“, erzählt Sebastian Kromer lachend bei unserem Treffen. Wir sitzen in seinem Garten bei Kaffee und Kuchen. Es gibt Bienenstich, was sonst.

Die ersten Frühjahrsausflüge

Etwa Ende Februar, Anfang März, wenn die Temperaturen über 10 Grad Celsius klettern, fliegen die Bienen wieder aus. Mit der Haselnussblüte werden zunächst nur Pollen für das Brutgeschäft gesammelt. Sobald die Apfel- und Kirschbäume blühen, steigen sie auf Nektar um und los geht die Honigproduktion. „Wir arbeiten nach Bioland-Richtlinien“, erklärt Sebastian Kromer.

Ahornhonig aus der Blütenmeerimkerei

Nur eine der Honigsorten, die in der Blütenmeerimkerei entstehen.

 

Das betrifft insbesondere die Bienenhaltung: Die Behausungen sind aus natürlichen Materialien wie Holz oder Stroh mit Lehm gebaut. Nahrungsersatz erfolgt nur mit Biozucker oder Honig. Und natürlich werden biologisch bewirtschaftete Felder bevorzugt.

Mit den Bienen wandern

Die Frühtracht umfasst die gesamte Obstblüte, außerdem Raps, Ahorn und verschiedene Weiden. Um eine bunte Vielfalt an Sortenhonigen anbieten zu können, suchen die Blütenmeerimker immer wieder neue Standorte auf. Transportiert werden die Bienen in der Dunkelheit mit dem LKW – volle Bienenkästen können bis zu 80 Kilogramm wiegen. Auch wir machen uns auf den Weg zu einem der Trachtplätze im Naturpark.

Bienkiste am Trachtplatz Foto: Nina Lenze

Bienen brauchen Abwechslung. Die Imker wandern deshalb mit ihren Bienen. Foto: Nina Lenze

Emsiges Summen, Brausen und Umherfliegen in der Luft

Schon von weitem sind die bunten Kästen zu sehen. Das Tosen tausender umherfliegender Bienen ist unvergleichlich. Meist werden zehn bis zwölf Plätze gleichzeitig belegt. Je nach Blütezeit bleiben die Bienen zwei bis drei Wochen an einem Ort. Mindestens ein Mal wöchentlich wird kontrolliert. „Auch aus der Ferne lässt sich der Trachtplatz überwachen.“ Mit einer Waage unter einem der Völker, deren Daten per SMS übermittelt werden. So kann der Imker das Ende der Tracht besser einschätzen.

Geschleudert wird dann in Hohenofen

Die Manufakturen Hohenofen liegen am Rande des Naturparks in der Ostprignitz. Neben der Blütenmeerimkerei gibt es hier auch eine Mosterei. Überall riecht es nach Wachs, Holz und Honig. Einzelne Bienen summen honigtrunken durch die Hallen der ehemaligen Papierfabrik. Erst werden die kleinen Wachsdeckelchen entfernt, dann die Waben senkrecht in die Schleuder gestellt. So kann der Honig rauslaufen. Anschließend wird entweder sofort abgefüllt oder in großen Fässern zwischengelagert.

Manufaktur in Hohenofen Foto: Nina Lenze

Hier ist die Blütenmeerimkerei zuhause: die Manufaktur in Hohenofen. Foto: Nina Lenze

Frühlingsblüten-, Ahorn- oder Kornblumenhonig

Der cremige Frühlingsblütenhonig ist meist ziemlich hell und schmeckt fruchtig und aromatisch. Wer die leckeren Sortenhonige probieren will, wird in zahlreichen Bioläden in Berlin und Brandenburg fündig. Händler vor Ort verraten die Blütenmeerimker auf Anfrage gern. Die BUGA 2015 startet am 18. April und bietet jede Menge Garten- und Landschaftskunst entlang der Havel.