Die Bundesgartenschau in der Flasche

Der BUGALOO-Saft zur Bundesgartenschau 2015

So kann es gehen. Bis 1974 stand „Mundraub“ noch unter Strafe. Auch im Havelland gibt es eine Menge Obstbäume, deren Früchte nicht genutzt werden. Warum nicht daraus einen eigenen Obstsaft für die Bundesgartenschau machen? Gesagt, getan. Und hier ist er: der Bugaloo. 80.000 Flaschen hat eine kleine Mosterei aus Ketzür eigens dafür gekeltert.

Die Idee ist einfach: Man nehme das Obst von ungenutzten oder in Vergessenheit geratenen Apfel- und Birnenbäumen im Havelland und mache daraus einen Saft für die Bundesgartenschau. Die Idee für den ersten BUGA-Saft der Geschichte hatten Kai Braß, der seit 2006 die Mosterei in Ketzür betreibt, und Kai Gildhorn, Gründer der Internetplattform mundraub.org. Bei Mundraub können auf einer Karte Obstbäume eingetragen werden, deren Früchte ungenutzt bleiben.

Bugaloo der Saft für die Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion

Mundraub-Erntehelfer bei der Arbeit. Foto: BUGA-Zweckverband/Thomas Uhlemann

30 Tonnen Obst gesammelt

Wer wissen will, wie der erste BUGA-Saft schmeckt, kann ihn an den fünf Standorten der Bundesgartenschau von der Hansestadt Havelberg bis Brandenburg an der Havel probieren. Den Saft gibt es außerdem bei Kai Braß in der Mosterei in Ketzür zu kaufen. Aus den 30 Tonnen Obst wurden in der Mosterei 20.000 Liter Saft gekeltert. Und 80.000 Flaschen Bugaloo abgefüllt. Das ist der bislang größte Auftrag für die kleine Manufaktur im Havelland. Hier ist das Mosten noch Handarbeit. Jeder Kronkorken wird von Hand aufgesetzt.

Bugaloo der Saft zur Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion

In der Mosterei von Kai Braß in Ketzür wurde der Bugaloo hergestellt. Foto: BUGA-Zeckverband/Thomas Uhlemann

Bugaloo: BUGA mit Groove

Die 80 Erntehelfer von Mundraub sammelten während drei Erntecamps etwa 30 Tonnen Obst. Jeder Erntehelfer erntete gut 250 Kilo Obst oder fünf Säcke Apfel und Birnen. Die Äpfel stammen von einer alten Plantage bei Fehrbellin und von Obstbaumalleen der Gemeinde Mühlenberge. Der BUGA-Saft wird in drei Geschmacksrichtungen angeboten: Apfel, Apfel-Birne und Apfel-Holunder.

Den Namen haben sich die BUGALOO-Macher von dem Musikstil Boogaloo abgeschaut. Ende der 1960er Jahre kombinierten Musiker in New York Rock’n Roll, Bomba und Son und herauskam der Boogaloo. Für die Zeit nach der BUGA haben Kai Gildhorn und Kai Braß auch schon einen Plan: Sie wollen mit der Marke „Mundraub-Saft“ auf dem Markt bleiben.

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Mosterei Ketzür 52.495950, 12.629058 Ketzürer Dorfstraße 30, 14478, Beetzseeheide, Deutschland (Routenplaner)