Adler trifft Kängeruh

An Leichhardt erinnert eine Holzfigur in Trebatsch. Die Ludwig-Leichhardt-Skulptur in Trebatsch © TMB Fotoarchiv

Die Ludwig-Leichhardt-Skulptur in Trebatsch © TMB Fotoarchiv

In Australien kennt ihn jedes Kind. Was meinen Sie, wer ist der bekannteste Deutsche in Australien? Dieter Bohlen? Nein. Michael Schuhmacher? Auch nicht. Die richtige Antwort liegt so fern, wie Down Under selbst. Die Rede ist von Ludwig Leichhardt. Jetzt werden sich die meisten Menschen fragen, wer das ist und woher man ihn kennen sollte. Reisen Sie mit mir durch Leichhardt’s Leben und finden Sie seine Bedeutung für die Gegenwart.

Wer war Ludwig Leichhardt?

Friedrich Wilhelm Ludwig Leichhardt wurde am 23. Oktober 1813 im kleinen Örtchen Trebatsch am Schwielochsee geboren. Schon während der Schulzeit interessierte sich der junge Preuße für die Forschung und ab 1831 studierte er in Berlin unter anderen Geografie und Sternenkunde. 1833 geht er nach Göttingen um dort Naturwissenschaften zu studieren. Dabei lernte er seinen Studienfreund William Nicholson kennen. 1837 brach er ohne einen Abschluss sein Studium ab und besuchte in diesem Jahr seinen Heimatort Trebatsch zum letzten Mal. In den darauffolgenden Jahren reiste Ludwig Leichhardt mit seinem Freund Nicholson unter anderen nach England und Frankreich. Doch schnell reizten sie die unerforschten Gebiete der Erde mehr. 1840-41 schmiedeten Leichhardt und Nicolson ihre ersten Reisepläne für Australien. Sein Freund verblieb aber in England und so entschied sich Leichhardt allein für seine erste Reise nach Australien. Nach einer rund einjährigen Reise mit einem Segelschiff, erreichte er schließlich 1842 den Kontinent, der sein Leben entscheidend prägen sollte. 1844 und 1845 unternahm er seine ersten Expeditionen durch das nordöstliche Australien (von Brisbane nach Port Essington).

„Der Humboldt Australiens“

Leichhardt wurde schon bei seiner ersten Expedition für vermisst erklärt, doch er brachte zahlreiche Forschungsergebnisse nach Sydney, die ihn dort berühmt machten. Dass seine Touren ziemlich riskant waren, hielt Leichhardt nicht davon ab, seinem Entdeckungsdrang weiter zu folgen. In seinen Tagebüchern und Berichten schreibt er nieder, was seine Zeitgenossen über sein Handeln dachten. Einige „hielten das Unternehmen für ausserordentlich gefährlich und sahen die Idee als eine Torheit von meiner Seite , als die Folge eines Blinden Enthusiasmus an, der entweder durch einen unklaren Hang für die Wissenschaften oder durch vernunftwidrige Ruhmsucht genährt würde, während noch Andere es selbst nicht gerechtfertigt fanden, einen Mann zu unterstützen, der absichtlich einen Selbstmord begehen wollte“. Diese Bedenken waren nicht ganz unbegründet, denn trotz dem die Mannschaft gut ausgestattet war, „Jeder von uns hatte sich auf meinen Wunsch mit zwei festen Beinkleidern, drei derben Hemden und zwei Paar Schuhen versorgt“, mussten sie unter großen Strapazen wie starken Regenfällen, extremer Hitze, Moskitos und anderen Gefahren leiden. Schließlich kostete Leichhardt und seiner Mannschaft sein unermüdlicher Forschungsdrang während einer erneuten Reise von Ostaustralien nach Perth das Leben. Die genaue Ursache seines Todes bleibt unklar. Leichhardt ist seit Anfang April 1848 verschollen.

Bedeutender Namensgeber 

Leichhardt ist in Australien der berühmteste Deutsche. Straßen, Gebirgszüge (Leichhardt Range in Queensland) und Flüsse sind nach dem Mann aus dem Spreewald benannt. In Sydney und Brisbane heißen ganze Stadtteile wie der berühmte Entdecker. Sogar einige Bezeichnungen für Tiere und Pflanzen gehen auf ihn zurück. So gibt es zum Beispiel die Weinbergschnecke Helix leichhardti COX und das Hasenkängeruh Lagorchestes leichhardt.

Leichhardt-Jahr in Brandenburg

Doch auch die Bewohner seiner Heimatstadt Trebatsch und der gesamten Region Schwielochsee erinnern mit einigen Begegnungsstätten an den einstigen Forscher. So entstand 1988 zum 175. Geburtstag Leichhardts das Ludwig Leichhardt Museum in Trebatsch und etwas später der Leichhardt Trail. Auf diesem etwa 50 km langen Wanderweg von Cottbus nach Trebatsch können Besucher entlang an Feldern, Wiesen und Wäldern Leichhardts Heimat zu entdecken. Anlässlich des 200. Geburtstages feiert das Land Brandenburg 2013 das Ludwig-Leichhardt-Jahr. Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm bringt diesen fast vergessenen Forscher zurück in die Gegenwart.

 

Lesen Sie nachfolgend interessante Zeitungsartikel zum Thema Ludwig Leichhardt Jahr:

Berliner Zeitung vom 28.01.2013

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