Wie Yann und der Biber die Kraniche retten

Foto: Agnes Gramming-Steinland

Yann Steinland wartet gespannt, bis sich der Biber zeigt. (Foto: Agnes Gramming-Steinland)

Der Naturpark Uckermärkische Seen ist ein Paradies für Kanuten und Floßfahrer. Aber die Wasser-Landschaft hat noch viele andere reizvolle Seiten. Und auch für die kleinen Entdecker bietet die Gegend einiges. So machte der kleine Junge Yann Steinland seine ganz eigene Bekanntschaft mit einem Biber und einer Kranich-Familie.

Der heute neunjährige Yann ist momentan wohl der jüngste Naturforscher in Brandenburg. Und er ist ein besonders neugieriger Junge. Diese Neugier hat er sich offensichtlich von seinen Eltern abgeguckt, die ein Jahr lang um die Erde gereist sind, um den weltweiten Klimawandel zu erforschen. Er war als Fünfjähriger bereits in Amerika, Afrika und Australien. Sogar das Great Barrier Reef hat er schon gesehen oder die Serengeti.

Nun ist er zurück in Brandenburg, genauer gesagt in Ringenwalde in der Uckermark. Aber auch hier gibt es für den Biotologen keine Langeweile. Den Biotologen? Was macht denn so einer? „Ein Biotologe“, erzählt Yann, „ist einer, der die Tiere, Pflanzen und Länder erforscht. Ist doch ganz einfach.”

Foto: Agnes Gramming-Steinland

Der kleine Yann beobachtet eine Schwanen-Familie in einem Sumpfgebiet in der Uckermark.

Ein Staudamm gegen Nest-Räuber

Ganz einfach ist es für ihn, auch hierzulande in der Uckermark viele spannende Abenteuer zu erleben. So ist zum Beispiel das Nest einer Kranich-Familie im nahegelegenen Moor trockengefallen und damit hungrigen Waldbewohnern wie Füchsen ausgesetzt. Um die Gefahr zu bannen, macht sich Yann sogleich gemeinsam mit dem Biber daran, einen Staudamm zu bauen, damit das Kranich-Nest wieder von Wasser umgeben ist und die Jungen geschützt sind.

Foto: Agnes Gramming-Steinland

Yann erkundet, wie der Biber aus umgefallenen Baumstämmen einen Staudamm gebaut hat.

So beginnt die Geschichte eines Bilderbuchs, in der Yann und ein Biber die Hauptdarsteller sind. Die Erlebnisse wurden von seiner Mutter Agnes Gramming-Steinland zu kreativen Geschichten zusammengestellt, die sich gut zum Vorlesen eignen, weil alle darin vorkommenden Tiere in Reimen sprechen. Diese und elf weitere Forschungsreisen hat die Künstlerin und Autorin vor vier Jahren mit ihrem damals fünfjährigen Sohn unternommen und darüber mehrere Bücher geschrieben. Darunter auch den zwölften Band mit dem Titel „Biotologe Yann baut mit dem Biber“.

Schauschwimmen auf dem Röddelinsee in der Uckermark

Gerade in der Uckermark mit seiner zum Teil unberührten Naturlandschaft haben Besucher an vielen Stellen die Chance, den Biber zu sehen. Wer ihn in Aktion erleben möchte, kann zum Beispiel eine Kanu- oder Floßtour unternehmen. Allerdings muss man dazu sehr früh aufstehen. „Um halb fünf haben wir unsere Wasserreise auf einem See bei Lychen begonnen. Das hieß, schon um vier Uhr in der Frühe aufstehen“, sagt Agnes Gramming-Steinland. Für den kleinen Yann war das Warten auf dem Wasser natürlich eine Geduldsprobe. „Wann kommt denn der Biber endlich?“, fragte er ungeduldig.

Foto: Agnes Gramming-Steinland

Gerade in der nahezu unberührten Landschaft im Naturpark Uckermärkische Seen sind die Chancen groß, einen Biber bei der Arbeit zu beobachten.

Aber das frühe Aufstehen sollte sich schließlich für ihn gelohnt haben. „Da, da blubberts, siehst du das? Da ist der Biber! Oh, ist der süß!“, erzählt Yann begeistert. Und dann hat der Biber für alle ein kleines Schauschwimmen veranstaltet. Wer diese Tiere bei der Arbeit beobachten möchte, muss sich allerdings ganz leise verhalten. Yann wusste das natürlich, dass der kleinste Laut den Biber verscheucht hätte und die Show schnell vorbei gewesen wäre.

Foto: Agnes Gramming-Steinland

Yann auf einem Bootsteg an einem See in der Uckermark: Er schaut den vorüberfliegenden Kranichen zu.

Wer einmal selbst eine Biber-Tour unternehmen möchte, hat dazu beispielsweise bei Biberburg-Tours in Templin die Möglichkeit. Es gibt aber auch Biberburgen in der Nähe von Ringenwalde, berichtet Agnes Gramming-Steinland. Bevorzugt in Moorgebieten sind sie zu finden. „Mich fasziniert es immer wieder, wenn ich Spuren von Bibern finde, zum Beispiel an Bäumen, deren Rinde abgenagt ist.“ Das brachte sie dazu, in diesem Jahr erstmalig interessierten Gästen spezielle Biber-Führungen anzubieten. „Allerdings kann ich nicht versprechen, bei jeder Tour einem Biber zu begegnen“, sagt sie.

Foto: Agnes Gramming-Steinland

Ferienhaus in Ringenwalde: Die fünf Appartements für zwei bis sechs Personen liegen besonders ruhig am Ende des Ortes.

Aber bei diesen Touren bekommen Touristen auch verschiedene Vogelarten zu Gesicht, wie zum Beispiel Kraniche, Störche und Greifvögel. Wenn man Glück hat, ist auch ein roter oder schwarzer Milan dabei.

Weitere Informationen
www.floss-miete.de
www.altergarten-feriendomizil.de

Das Buch „Biotologe Yann baut mit dem Biber“, 12. Abenteuer in Brandenburg, ist 2013 im Tlelebooks-Verlag in der Reihe „Biotologe Yann reist um die Welt“ erschienen.

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Kanu-Rundtour Uckermark

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Treibholz Lychen: 53.213320, 13.316500
Capriolenhof: 53.135920, 13.239298
Himmelpfort: 53.181643, 13.230969
Erlebnisbahn Fürstenberg / Havel: 53.195827, 13.147416
Gestüt Lindenhof Templin: 53.146925, 13.479323