Entdeckt im Barnim: Das Schwärzetal

Verwunschener Flusslauf: Das ist kein Fließ im Spreewald, sondern die Schwärze bei Eberswalde. 

Foto: Matthias Schäfer

Verwunschener Flusslauf: Das ist kein Fließ im Spreewald, sondern die Schwärze bei Eberswalde. Foto: Matthias Schäfer

Wie durch einen Märchenwald schlängelt sich die Schwärze durch unberührte Erlen- und Buchenwälder. Kaum ein Laut ist zu hören, nur das leise Fließen des kristallklaren Wassers. Quellen, Moore, tief eingeschnittene Täler und steile Hänge prägen dieses 489 Hektar große und seit 1996 bestehende Naturschutzgebiet – ein Kleinod im Barnimer Land.

Ich beginne meine rund zweistündige Wanderung am Haupteingang des Forstbotanischen Gartens am südlichen Stadtrand von Eberswalde. Es ist kaum zu übersehen, das gusseiserne, rote Tor. Von hier aus sind es nur wenige hundert Meter in eine völlig andere Welt.

Haupteingang des Forstbotanischen Gartens in Eberswalde: Die Schwärze markiert die nördliche Begrenzung des Gartens.

Haupteingang des Forstbotanischen Gartens in Eberswalde: Das Flüsschen Schwärze markiert die nördliche Begrenzung des Gartens.

Gerade eben noch war das Brüllen der Löwen im nahe gelegenen Zoo zu hören und im nächsten Moment vernehmen meine Ohren nur noch das Rauschen von Buchenblättern und das leise Fließen des Flüsschens Schwärze. Hier haben seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten wie die Mühlkoppe, der Graureiher und Eisvogel, die Sumpfdotterblume, das Milzkraut und die Schwarz-Erle einen sicheren Lebensraum gefunden.

Unberührte Natur: die Schwärze bei Eberswalde

Gemächlich fließt sie durch den Wald: die Schwärze bei Eberswalde

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Die Landschaft wirkt geradezu mittelgebirgsähnlich mit ihren teils tief eingeschnittenen Tälern, die sich die Seitenarme der Schwärze wie Nonnenfließ und Herthafließ im Laufe der Zeit gegraben haben. An einigen Abschnitten könnte man glatt mit einem Kanu ein paar Meter fahren, wenn nicht gleich an der nächsten Schleife der Biber wieder ganze Arbeit geleistet hat und umgefallene Baumstämme zum Staudammbau genutzt hat.

Über diese Brücke muss man gehen, um die Schwärze zu überqueren und um zur Herthaquelle zu gelangen.

Über diese Brücke muss man gehen, um die Schwärze zu überqueren und um zur Herthaquelle zu gelangen.

An vielen Stellen komme ich fast aus dem Staunen nicht heraus, so zauberhaft ist dieser Ort, so dass ich immer wieder einige Minuten verweile, um die Schönheit der Natur zu genießen. Diese beeindruckende Landschaft wurde vor mehr als 10.000 Jahren durch die Schmelzwässer der Gletscher aus der Weichsel-Kaltzeit gebildet.

Einer der vielen Seitenarme der Schwärze ist das Herthafließ.

Einer der vielen Seitenarme der Schwärze ist das Herthafließ. Und nicht weit entfernt ist der Zoo Eberswalde.

Am Nonnenfließ und an der Schwärze hat es in der Vergangenheit zahlreiche Mühlen gegeben. Dazu zählt auch die Zainhammer Mühle in Eberswalde, die 1780 gebaut worden ist. Damit war der Bau von Mühlteichen und Mühlwehren verbunden gewesen. Diese Bauwerke stellten für die Tierwelt aus dem Wasser allerdings ein Hindernis dar. Doch im Laufe der vergangenen Jahre und nach Stilllegung aller Mühlen wurden diese Gewässer wieder durchlässig gemacht – unter anderem mit dem Bau von so genannten Fischtreppen.

In der Zainhammer Mühle von Eberswalde befindet sich heute ein Kunstverein, der ein kleines Museum betreibt.

In der Zainhammer Mühle von Eberswalde befindet sich heute ein Kunstverein, der ein kleines Museum betreibt.

Die Quelle der Schwärze liegt unter dem Schwärzesee, der mitten im Wald und auf halben Wege zwischen Eberswalde und Melchow liegt.

Ideal zum Baden: der Schwärzesee, der mitten im Wald zwischen Eberswalde und Melchow liegt

Die rund zehn Kilometer lange Schwärze beginnt ihren Lauf am Schwärzesee, der auf halben Weg zwischen Eberswalde und Melchow liegt und in der warmen Jahreszeit ein idealer Ort zum Baden ist. Von hier aus fließt die Schwärze in Richtung Spechthausen und nimmt das Wasser des Nonnenfließes auf.

In mehreren Schleifen mäandriert ...

In mehreren Schleifen mäandriert …

... das Herthafließ zu Tal ...

… das Herthafließ zu Tal …

... und mündet schließlich in die Schwärze.

… und mündet schließlich in die Schwärze.

Am Ende ihres relativ kurzen Laufes mündet das kleine Flüsschen Schwärze in den Finowkanal in der Innenstadt von Eberswalde. Das Nonnenfließ und ein großer Teil der Schwärze sind heute Kern des seit 1996 bestehenden Naturschutzgebietes Nonnenfließ-Schwärzetal. Als so genanntes Flora-Fauna-Habitat steht das Gebiet ebenso unter Schutz der Europäischen Union.

Weitere Informationen: Geführte Wanderungen durch den Naturpark Barnim bietet Fagus-Tour aus Eberswalde an. Anmeldungen bei Julian Beyer, Telefon: 0170. 50 49 656, www.fagus-tour.de

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Das Schwärzetal 52.819052, 13.786082 Am Zainhammer 5, 16225, Eberswalde, Deutschland (Routenplaner)

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