Schöne Aussichten: Brandenburg von oben

Foto: Matthias Schäfer

Blick auf Potsdam mal aus anderer Perspektive und zwar von der Kuppel der Nikolaikirche aus gesehen, links im Bild, von Bäumen eingerahmt – der alte Stadtkanal (Foto: Matthias Schäfer)

Jeder will mal hoch hinaus. Darum ist es gut, öfter mal die Perspektive zu wechseln. Und schon stellen sich die Dinge anders da. Zugegeben, in Brandenburg ist die höchste Erhebung gerade mal etwas mehr als 200 Meter hoch. Aber es gibt viele weitere Möglichkeiten, im Land Höhenluft zu schnuppern. Zum Beispiel einen Aussichtsturm.

Die markantesten Berge und Höhenzüge in Brandenburg sind im Hohen Fläming oder in der Märkischen Schweiz rund um den Schermützelsee zu finden. Ebenso die hügelige Landschaft zwischen Bad Freienwalde, Niederfinow und Oderberg zwischen Barnimer Land und Seenland Oder-Spree gehört dazu. Wer durch diese „Bergwelt“ wandert, muss auf engstem Raum mitunter beachtliche Höhenmeter überwinden. An vielen Stellen ähnelt die Natur mit ihren Schluchten und tiefen Wäldern der Landschaft rund um Buckow in der Märkischen Schweiz. Und dennoch ist diese Region noch heute eher ein Geheimtipp.

Foto: Regina Zibell

Einen weiten Blick über das Barnimer Land hat man von der Plattform des Biorama-Turms in Joachimsthal.

Wer schließlich den höchsten Punkt über dem Ort Falkenberg erklommen hat, wird von der Terrasse des Panorama-Restaurants der Carlsburg aus mit einem traumhaften Blick hinunter ins Oderbruch belohnt. An klaren Tagen reicht die Sicht sogar über die Oder bis nach Polen. Wie hoch der Höhenunterschied sein kann wird besonders deutlich in Niederfinow. Bootsfahrer wissen, was ich meine. An dieser Stelle sind 36 Meter zu überwinden, um weiter in Richtung Oder fahren zu können. Möglich macht es das Schiffshebewerk – ein technisches Denkmal, das jedes Jahr viele Tausend Touristen in die Region lockt.

Foto: Matthias Schäfer

Nach den jährlichen Wartungsarbeiten kann das Schiffshebewerk in Niederfinow seit  Ende Februar wieder besichtigt werden.

Für Diplom auf Aussichtsturm im Oderbruch

Doch auch an vielen weiteren Punkten lässt sich die Aussicht ins Oder-Tal genießen. Zum Beispiel von einem Aussichtsturm aus. Und davon gibt es im Seenland Oder-Spree so einige. Aufmerksame Wanderer werden längst die Markierung des braun-weißen Turm-Symbols am Wegesrand bemerkt haben. Insgesamt warten vier ganz unterschiedliche Türme darauf, bestiegen zu werden. Wer sich alle vier vorgenommen hat, macht am besten gleich das „Turm-Diplom“, das man hier von April bis Oktober ablegen kann. Turm-Diplom-Anwärter kaufen sich am besten vorher eine Eintrittskarte für alle Türme. Sie gibt es in der Tourist-Informationen Bad Freienwalde. Und dann kann es losgehen!

Foto Bad Freienwalde Tourismus GmbH

Der Schanzenturm ist 38 Meter hoch. Mit ihren 66 Metern Länge ist sie nicht nur die längste Skisprungschanze Brandenburgs, sondern gleichzeitig die nördlichste in ganz Deutschland.

Von Falkenberg geht es zunächst zum Bismackturm, der 1895 zu Ehren für den damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck errichtet worden ist. Als nächstes liegt der Eulenturm auf der Route. Der markante Aussichtspunkt ist ganz aus Douglasienholz und wurde zu Ehren von Kurt Kretschmann, dem „Vater des ostdeutschen Naturschutzes“ errichtet. Er entwarf zu DDR-Zeiten das inzwischen bundesweit gültige gelbe Naturschutzschild mit der schwarzen Eule. Vom hier ist es nicht weit zu einem ganz besonderen Turm. Genauer genommen ist es gar kein Turm, sondern eine 66-Meter-Skisprungschanze. Das Areal bei Bad Freienwalde ist Deutschlands nördlichste Skisprunganlage, auf der auch ohne Schnee abgefahren werden kann.

Ein ganz neuer Aussichtsturm im Fläming: der Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten, Foto: Matthias Schäfer

Luftige Höhen im Fläming: Der Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten, der in diesem Jahr den 1. Preis beim Tourismuspreis des Landes Brandenburg gewonnen hat, ermöglicht überraschende Einblicke von oben auf die einstige Lungenheilanstalt.

Brandenburgs höchste Wasserrutsche

Noch relativ neu ist der 45 Meter hohe Aussichtsturm Rauener Berg bei Bad Saarow. Seine Besteigung ist auf jeden Fall lohnenswert. Von ganz oben kann man den Blick über den Scharmützelsee und die Dubrower Berge schweifen lassen. Einmalig ist ebenso die Aussicht über Fürstenwalde und den Ort Rauen. Bei guter Sicht ist in westlicher Richtung sogar der Berliner Fernsehturm und im Süd-Westen die charakteristische silberne Kuppel von Tropical Island zu sehen, wo ursprünglich mal Luftschiffe gebaut werden sollten. In der künstlichen, tropischen Urlaubswelt ist übrigens der 27 Meter hohe Wasserrutschen-Turm eine der vielen Attraktionen . Auf der höchsten Wasserrutsche Brandenburgs sollen schon Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometer erzielt worden sein.

Alter Kran in Eberswalde

Foto: Matthias Schäfer

Das ist nicht das Stahlgerüst des Eiffelturms, sondern das des alten Eberkrans im heutigen Familiengarten in Eberswalde.

Aber auch anderswo kann man sich ein Bild von Brandenburg von oben machen. Und manchmal sehen die Bauwerke so ungewöhnlich aus, dass man es im ersten Moment nicht glauben kann, dass man sie erklimmen kann. Wie beispielsweise den 54 Meter hohen Eberkran im Familiengarten von Eberswalde. 1954 wurde er einst für den volkseigenen Betrieb VEB Kranbau errichtet. Für die Landesgartenschau, die 2002 auf dem Gelände des ehemaligen Walzwerkes stattgefunden hatte, wurde er extra versetzt und für Besucher zugänglich gemacht. 162 Stufen führen zur Aussichtsplattform, die sich in fast 28 Metern Höhe befindet, von der Besucher weit ins Barnimer Land schauen können.

Potsdams schönste Aussicht

Ein besonders schöner Aussichtsturm. Das Belvedere in Potsdam, Foto: SPSG Förderverein Pfingsberg

Potsdams schönste Aussicht können Besucher vom Belvedere auf dem Pfingstberg genießen.

Reizvolle Blicke von oben sind auch in Potsdam möglich. Vom Pfingstberg können Besucher die schönste Aussicht über die Landeshauptstadt Brandenburgs genießen – und an manchen klaren Tagen sogar bis nach Berlin schauen. Wegen dieses einzigartigen Blickes ließ Friedrich Wilhelm IV. um 1850 dort das Belvedere errichten. Architektonische Anregungen für dieses Bauwerk bekam er während seiner Romreise im Jahre 1829. Geöffnet ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr.

Das Lausitzer Seenland lässt sich am besten von den Biotürmen in Lauchhammer überblicken. Von Weitem betrachtet sehen sie aus wie eine uneinnehmbare Burg. Die Biotürme sind eine Station auf der so genannten Energie-Route. Sie waren einst Bestandteil der dortigen Großkokerei und dienten zur Reinigung von Abwässern. Heute erfahren Besucher hier Geschichten über die damalige Energieerzeugung. Und die Türme bieten außergewöhnliche Perspektiven beim Blick aus den zwei, fast frei schwebenden Glaskanzeln ins Umland.

Schlafen in luftiger Höhe in Bad Saarow

Übernachten in luftiger Höhe ist ebenso möglich und zwar im Wasserturm von Bad Saarow im Seenland Oder-Spree. 21 Meter hoch ragt er und liegt ganz in der Nähe des Scharmützelsees. Zwei Berliner Unternehmer haben das 100 Jahre alte Bauwerk aus seinem Dornröschenschlaf geweckt, saniert und als Turm-Hotel wieder eröffnet. Wer sich hier ein Bett für 290 Euro pro Nacht gebucht hat, kann vor dem Schlafengehen noch hoch oben vom verglasten Aufsatz des Turms weit über einen der schönsten Seen Deutschlands schauen und die Sonne untergehen sehen.

Foto: TMB-Fotoarchiv / Steffen Lehmann

Das stählerne Ungetüm sieht auf den ersten Blick aus wie der umgefallene Eiffelturm. Es ist aber die ehemalige Förderbrücke F60 des heutigen Besucherbergwerks im Elbe-Elster-Land.

All diese und viele weitere schöne Aussichten sind für sich allein genommen schon ein wahrer Höhepunkt und können nur noch getoppt werden mit einer Ballonfahrt über Brandenburg. Ein solcher Trip ist zwar nicht billig, die Erinnerung daran wird aber bestimmt ein Leben lang bleiben. 

Neben diesen vorgestellten „Höhepunkten“ gibt es viele weitere Aussichtspunkte und Türme im Land Brandenburg:
Uhrenturm Wittenberge (Prignitz)
Aussichtsturm auf dem Heideberg (Elbe-Elster-Land)
Aussichtsturm am Felixsee (Niederlausitz)
Aussichtsturm Woltersdorf (Seenland Oder-Spree)
Hausmannsturm Luckau
Grützpott bei Stolpe (Uckermark)

Weitere Informationen:
Eberswalder Höhenpass
Turm-Diplom

Fehlt ein besonders schöner Aussichtspunkt oder euer Lieblingsturm im Land? Dann schreibt eine Nachricht an: presse@reiseland-brandenburg.de

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Pfingstberg Potsdam: 52.418852, 13.058969
Carlsburg Falkenberg: 52.802677, 13.957454
Skischanze Bad Freienwalde: 52.774771, 14.013598
Aussichtsturm Rauener Berger: 52.320239, 14.039707
Tropical Island: 52.038924, 13.748617
Eberkran Eberswalde: 52.842656, 13.773792
Wasserturm Bad Saarow: 52.288375, 14.062586