Ans Blumenmeer der BUGA nach Klein-Venedig

Die Friedenswarte auf dem Marienberg, dem größten und höchsten BUGA-Gelände in Brandenburg an der Havel

Die Friedenswarte auf dem Marienberg, dem größten und höchsten BUGA-Gelände in Brandenburg an der Havel

Elbe, Havel, Oder, Spree. Brandenburg hat nicht nur 3000 Seen zu bieten, sondern auch beeindruckende Flusslandschaften. Das Beste ist: Um diese zu entdecken, braucht es kein Auto. Mit den Zügen von DB Regio Nordost sowie per Pedes und Fahrrad ist man ganz schnell dort, wo die Abenteuer warten. Unsere zweite Tour führt nach Brandenburg an der Havel, den Hauptstandort der BUGA 2015.

BUGA-App oder Info-Pavillon

Wer mobil unterwegs ist, plant seinen BUGA-Rundgang am besten schon zuhause mit der BUGA App für das Smartphone oder den Tablet-PC. Wer es lieber altmodisch-analog mag, sollte den blauen Info-Pavillon der BUGA am frisch renovierten Bahnhof von Brandenburg an der Havel ansteuern. Spezielle Faltblätter mit genauen Geländeplänen zu den fünf BUGA-Standorten sowie ein Reiseplaner-Faltblatt mit Anreisetipps liefern alle Infos auf einen Blick.

Vom RE 1 direkt in den Info-Pavillon am Hauptbahnhof in Brandenburg an der Havel

Vom RE 1 direkt in den Info-Pavillon am Hauptbahnhof in Brandenburg an der Havel

Vom Bahnhof zur BUGA

Draußen beginnt die Qual der Wahl: gleich zur BUGA oder lieber erst die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dominsel erkunden? Für alles zusammen benötigt man mindestens einen Tag. Wer zuhause lieber ausschläft und erst um die Mittagszeit angereist ist, so wie der Autor dieses Artikels, muss sich entscheiden. Alleine für die drei BUGA-Areale sollten mindestens vier Stunden eingeplant werden.

Die städtischen Verkehrsbetriebe befinden sich derzeit leider im Ausstand und statt der Straßenbahnlinie 8 wartet auf uns (immerhin) ein Bus im Notfahrplan. Alternativ hätten wir auch zu Fuß gehen können, vorbei am Paulikloster, welches das Archäologische Landesmuseum beherbergt, aber wir wollen unsere Kräfte noch für die Bezwingung des Marienbergs (immerhin 68 Meter über dem Meeresspiegel) schonen. Wir verlassen den Bus an der Haltestelle Nicolaiplatz/Am Marienberg und nähern uns dem größten BUGA-Areal am BUGA-Hauptstandort.

Die BUGA am Marienberg in Brandenburg an der Havel

Die BUGA am Marienberg in Brandenburg an der Havel

Aufstieg am Marienberg

„So eine Mischung aus den Marzahner „Gärten der Welt“ und Sacré-Coeur“, meint meine Freundin, als wir das Gelände betreten haben und zum Aufstieg ansetzen. Exakt, aber ich bin vom Blumenmeer schon zu stark geblendet und behalte vorerst den Turm der Friedenswarte fest im Blick. Oben am Fuße des Turms entfaltet sich dann die ganze Pracht dieser Parkanlage im Blütenrausch der Tulpen, die Rosen lassen noch etwas auf sich warten. Grandiose Aussicht über die Havelstadt auf dem weitläufigen Gelände. Fast noch mehr als die Blumenbeete faszinieren uns die „Jäger des Sonnenlichts“, unzählige, auf dünnen Stäben angebrachte fluoreszierende Scheiben, an deren Rändern gebündeltes Licht austritt und die so an trüben Tagen für Helligkeit sorgen.

Die Jäger des Sonnenlichts bei der Arbeit

Die Jäger des Sonnenlichts bei der Arbeit

Statt der Friedenswarte mit ihren 180 Stufen erklimmen wir den Weinberg, auf dem sich eine Replik eines königlichen Telegraphenmasts aus dem Jahre 1832 befindet, die seinerzeit schnellste Möglichkeit, Botschaften zu übermitteln. Auch von hier ist die bunte Aussicht echt prächtig.

Farbenfrohes Blumenmeer auf dem Marienberg in Brandenburg an der Havel

Farbenfrohes Blumenmeer auf dem Marienberg in Brandenburg an der Havel

St. Johannis` scheue Tiere

Wieder ganz unten angekommen steuern wir auf dem BUGA-Rundweg den Humboldthain an. Durch diesen Park gelangen wir direkt zur Havel und zur St-Johannis-Kirche. Im Park trifft man auf die letzten überlebenden Exemplare der wilden Waldmöpse, die in Brandenburg an der Havel nach Auskünften des berühmten Tierkundlers Vicco von Bülow, der übrigens auch aus dieser Stadt stammen soll, ihren Rückzugsort gefunden haben. Spätestens, wenn man das mediterrane Flair am Havelufer spürt, versteht man warum, aber ihre Hinterlassenschaften sind auch nicht zu übersehen.

Eines der letzten Exemplare des wilden Waldmops bei seiner Lieblingsaktivität.

Eines der letzten Exemplare des wilden Waldmops bei seiner Lieblingsaktivität.

Die ehemalige Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert präsentiert sich den BUGA-Besuchern mit eindrucksvoller Glasfront, in der sich die Wolken spiegeln.

St. Johannis-Kirche in Brandenburg an der Havel

St. Johannis-Kirche in Brandenburg an der Havel

Nicht minder eindrucksvoll und überzeugend inszeniert ist dann im Innern der Kontrast zwischen Vergänglichem, den bunten Blumenschauen, und den Klostermauern, die schon Jahrhunderte und unzählige Kriege überdauert haben. Wir sind der Meinung: Das ist Spitze!

Reizvolle Kontraste: Blumen schauen in der St-Johannis-Kirche

Reizvolle Kontraste: Blumen schauen in der St-Johannis-Kirche

Blumenschau in der St-Johannis-Kirche

Blumenschau in der St-Johannis-Kirche

St. Johannis ist eine der vielen Perlen der Backsteingotik der ehemaligen Hansestadt Brandenburg an der Havel, denen wir jetzt eigentlich einen Besuch abstatten müssten. Eigentlich, aber uneigentlich ist es schon gegen 17 Uhr, die Kamera-Akkus gehen zur Neige und das Packhofgelände, BUGA-Areal Nummer drei, schräg gegenüber auf der anderen Havelseite, steht auch noch an. Also erst mal in die Cafébar im Brückenhäuschen an der Jahrtausendbrücke. Hier gibt es leckeres Eis, Kaffee und Kuchen und was sonst noch für ein wenig Entspannung gut ist.

Blumenschiffe auf dem Trockenen

Auf dem Packhof-Areal befand sich früher eine Schiffswerft. Sinnigerweise wurden die 33 Themengärten in fünf hölzernen Schiffsrümpfen angelegt, was auf dem weiten, von Havelarmen umflossenen Areal nicht nur sehr schön anzusehen ist, sondern auch wieder für einen eigenwilligen Kontrast sorgt. Sie tragen die Namen von Schiffen, die in dieser Werft einst erbaut wurden und noch heute in Berlin und Brandenburg unterwegs sind.

Ein Blumenschiff namens Andreas auf der BUGA in Brandenburg an der Havel.

Ein Blumenschiff namens Andreas auf der BUGA in Brandenburg an der Havel.

Neben dem nur Gucken und Schönfinden spielt hier auch wenig Didaktik mit hinein: Pflanzen, Gärten, Landschaften zu begreifen. Und das auf künstlerisch-spielerische Weise.

Eine Frage der Perspektive: Garten und Landschaft mal als Kunstobjekte betrachten

Eine Frage der Perspektive: Garten und Landschaft mal als Kunstobjekte betrachten

Wie fließt das Havelwasser durch die Stadt Brandenburg? Wie ist der Weg einer Libelle durch die Flusslandschaft? Ein Weideflechtwerk symbolisiert eine der vielen Flussbiegungen der Havel, unzählige Dinge haben sich darin verfangen. Strandgut von der Quelle bis zur Mündung.

An Deck der Nordstern, eines der fünf BUGA-Blumenschiffe

An Deck der Nordstern, eines der fünf BUGA-Blumenschiffe

Mit mehr als tausendundeinem Blumentraum hinter der Stirn verlassen wir auch dieses Areal, steuern noch kurz den BUGA-Skyliner am Heineufer an (Extra-Eintritt!) und schlendern, wegen Höhenangst, gemütlich zum Bahnhof zurück, vorbei am Neustädtischen Markt und am Paulikloster. Über einen neuen Havel-Steg wird hier auch der Havel-Radweg geführt. 55 Kilometer bis Potsdam, verrät die Ausschilderung. Vielleicht beim nächsten Mal.

Weitere Infos zu Ihrer Anreise mit DB Regio Nordost

Gerade einmal 50 Minuten nach der Abfahrt am Berliner Hauptbahnhof steigen Sie aus dem geräumigen und halbstündlich verkehrenden RE 1 in Brandenburg Hbf aus. Schon ab drei Personen sind Sie mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket günstig unterwegs.

Die um 2 Euro ermäßigte BUGA-Eintrittskarte bei Vorlage eines Bahntickets gibt es nicht im BUGA Info-Pavillon zu kaufen, sondern direkt an den BUGA-Kassen an den Ausstellungsgeländen. Mit den Straßenbahnlinien 2 und 6 (bzw. am Wochenende mit der Linie 8) gelangen Sie direkt dorthin.

Anreise- und Tickettipps

Was Sie um die BUGA herum noch entdecken können

Lust auf Ausflüge in Brandenburgs schönste Flusslandschaften?